
Wenn man alles richtig gemacht hat, sollten etwa 24 Stunden, nachdem man
den Zuchtansatz oder die Eier ins Wasser gegeben hat, die ersten Nauplien
durchs Wasser zucken ( 24 Stunden ist natürlich ein Wert unter
Idealbedingungen! Es kann unter Umständen auch länger dauern. Bis zu zwei
Wochen können durchaus vorkommen ).
In den ersten Tagen sind die Nauplien noch sehr schwach und werden sich nur
wenig bewegen. Was sie nun vor allem brauchen ist Ruhe. Man sollte daher
versuchen Stress so gut wie möglich zu vermeiden. Dies kann man am besten,
indem man den Tieren ausreichend viel Licht zur Verfügung stellt, 12 Stunden
oder noch mehr pro Tag wären gut. Unnötige Bewegung im Becken sollte auch
vermieden werden, weshalb man Ausströmersteine usw. in den ersten Tagen
abgestellt lassen sollte. Umstellen des Beckens sollte auch vermieden werden.
Außerdem sollte man versuchen, am besten mit einem Heizstab, eine konstante
Temperatur zu halten, da Temperaturschwankungen einer der häufigsten Gründe
ist, warum Nauplien versterben. Optimal ist eine Bruttemperatur von 26,5°C.
Schwankungen von ein bis maximal zwei Grad Celsius am Tag können Nauplien
verkraften, mehr sollte es aber nicht sein ( solche Differenzen können
schnell bei direkter Sonneneinstrahlung und starker Abkühlung in der Nacht
durch ein geöffnetes Fenster entstehen ).
Füttern braucht man die kleinen Nauplien am ersten Tagn nicht, da sie noch
keine Mundwerkzeuge ausgebildet haben und sie sich von einem kleinen
Dotterbeutelchen ernähren, das ihnen am Körper angeheftet ist. Die erste
eigenständige Nahrungsaufnahme erfolgt nach etwa einem Tag. Damit zu diesem
Zeitpunkt aber schon genug Futter im Becken ist, sollte man, etwa sobald man
die erste Nauplie entdeckt, eine winzige Zahnstocherspitze Aufzuchtsfutter füttern,
damit wenigstens eine kleine Menge für "Frühchen" vorhanden ist.
Sobald man die ersten Nauplien im dritten Nauplienstadium entdeckt ( erkennt
man daran, dass sie ihre Schädelplatte und den Gabelschwanz ausbilden ), kann
man je nach Bedarf Aufzuchtsfutter füttern. Dabei ist wichtig, dass man nie
zuviel füttert. Eine häufige Todesursache in den ersten Tagen ist
Wasservergiftung durch zu viele Bakterien im Wasser die durch verdorbenes
Futter verursacht werden; darum lieber immer ein bisschen weniger, als zu viel
füttern. Die richtige Futtermenge müsst ihr nach Gefühl bestimmen. Wenn von
der letzten Fütterung noch grüne Krümelchen am Boden sein sollten, müssen
diese zunächst abgesaugt werden; danach dann frisches Futter ins Becken
geben.
Hin und wieder bilden sich größere Haufen Detritus oder sonstiger Schmutz
auf dem Boden. Dieser sollte regelmäßig abgesaugt werden, da zu viel davon
das Wasser, besonders bei hohen Temperaturen, schnell kippen lassen kann.
Auch bei fürsorglicher Pflege kommt es vor, das ein gewisser Prozentsatz der
Nauplien in den ersten Lebenstagen verstirbt, dies ist vollkommen normal. Die
Natur sortiert die "Schwachen" aus, damit genug Platz für die
"Starken" vorhanden ist und sollte daher kein Anlass zur Sorge sein.
Selbst bei Idealer Pflege überleben im Schnitt nur etwa 60% der Larven die
ersten drei Lebenstage.